Ich darf doch bitten, Herr Beckstein

an Ihrem ersten Tag als bayerischer Ministerpräsident.

Also erst mal Congratulations. Aus fast 8ooo Kilometer Entfernung, aus China, soweit die Grüsse tragen. Da haben es die anderen > Ossis < näher. Viele werden es nicht sein, denn bisher waren Sie ja immer der Herr Beckstein von Herrn Stoiber, dem Ossifeind.
Und ich gehe mal davon aus, dass Sie wenigstens die an den bayerischen Grenzen nach den vielen tolpatschigen wie selbstgefälligen Ausrutschern Ihres Herrn Vorgängers noch nicht vergessen haben. Sie versuchten damals zu retten, was nicht mehr bei den > Frustrierten< zu retten war. . Auch später zeigten Sie sich eifrig bei mehreren Manövern als Stimme Ihres noch Herrn. Doch E.S. wollte sich nicht retten lassen. Und - das darf auch ein Weißblauer an seinem Ehrentag mal sagen - ist gut so.

F.J. S war der geniale Stratege Ihrer Partei, der nebenbei auch sein Schäfchen ins Trockene brachte. E.S. hielt sich als glückloser Politiker, der so gern Bundseskanzler geworden wäre, um die 16 Jahre auf dem bayrischen Thron der Eitelkeiten. Heute besteigen Sie ihn. Long live the New King! Vergessen Sie aber keine Minute, vom ersten Tag Ihrer Regentschaft an , der Gott der Jagd ist Hubertus. Möge nicht so bald Ihr Huber - tustag kommen. Und nicht nur Herr Huber, sondern erst recht Herr Seehofer würden auch ganz gerne eines nun für Sie etwas ferneren Tages …

Es ist zuviel in die Lederhosen gegangen in letzter Zeit. Spitzen lieber die Ohren, was Sie besser machen. Wenn es nach dem Eigenlob des politisch Verblichenen ( im Sinne von immer blasser) und dem üblichen Ehrensenf derer, die froh sind, ihn loszusein, geht - da bleibt nicht viel übrig für Sie.

Ihre Duzfreundin und politische Gegnerin Claudia Roth von den Grünen hat sich in einem Interview redlich Mühe gegeben, Sie gutzureden und gleichzeitig schlechtzumachen. Aber sie konnte auch nichts fnden, wie es in Bayern mit Beckstein anders und noch besser wird, außer nach ihren Vorstellungen. Sie wären hart in der Sache, stellte sie fest, im Stil aber niemals unter der Gürtellinie angreifen.

Frau Pauli wird sich freuen, wenn der neue bayrische Ministerpräsident dort nicht mehr rumstoibern läßt.

Erstens sind Sie nicht so dumm und bestimmt auch nicht undankbar; denn ohne Frau Pauli hätten Sie heute die bayrische Krone nicht bekommen.

Mit nachdenklichem Gruss,

Jochen Jocketa

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