Oktober 6, 2007
Schon seit Tagen war Ihnen aufgefallen, dass Sie Ihr Chef besonders freundlich behandelte.
Nein, nicht Sie waren der Gegenstand der Begierde. Sondern die Neue im Büro, die es ziemlich schnell geschafft hatte. Nun wollten die beiden ein Wochenende ungestört verreisen.
Aber die > Chefin <, eigentlich nur Hausfrau, kannte anscheinend ihren Pappenheimer. Ohne Alibi lief da nichts. Eine Dienstreise zu irgendeiner Messe am Wochenende, mit Übernachtung versteht sich. Und da die Ehefrau wußte, dass Sie in einer glücklichen Beziehung leben, argwöhnte sie in diesem Falle nichts.
Also zwei Einzelzimmer ( Pst: Mit Durchgangstür) auf Kosten des Steuerzahlers. Sie und der Chef im Dienste der Firma beim Essebesuch. > Ich habe meine Frau schon informiert; !< verkündete der lüsterne Chef und stellte damit klar, wer hier wirklich in der Zwickmühle war < Dann kam das übrige, Blabla wie es Ehebrecher so im Repertoire haben. Man liebe seine leider krebskranke ( leider auch an der Firma wesentlich mit ihrem Vermögen beteiligte !) und nicht zu Sexualität aufgelegte Gattin. Man sei schließlich ein kerngesunder Mann.
Na, ja !
Er hat Ihnen dieses Mal die Entscheidung nicht überlassen und eine besonders rücksichtslose Art von Mobbing praktiziert.. Aber Sie haben ihm klargemacht, dass so ewas nicht wieder passieren darf. Dies sagten Sie ihm nicht als moralische Instanz, sondern als Arbeitnehmer, der seine Rechte kenne
Das erforderte viel Zivilcourage. Nun müssen Sie abwarten, wie nachtragend er ist und sich ein zweites Mal Sie als Alibi zu überrumpeln traut. In diesem Fall sollten Sie sich doch besser nach einer anderen Arbeitstelle umschauen.
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Oktober 3, 2007
Frage: Mein Chef hat mir sozusagen aus heiterem Himmel das Du angeboten. Was soll ich tun ?
Im allgemeinen ist davon nicht abzuraten, wenn es Ergebnis einer bestimmten Entwicklungvon Vertrauen ist. Das kann nur sehr individuell und meistens trotz aller sachlichen Erwägungen letzten Endes nur > aus dem Bauch < entschieden werden.
Die Fragen zu Für und Wider sind entsprechend unterschiedlich. Was war der Anlaß dazu ? Wie ist die übrige Ausgangssituation ? Ein näherer Arbeitskontakt und mehr gemeinsames Auftreten erfordert ein solches Signal ?
Besonders in kleineren Firmen oder Abteilungen mit Teamwork fast nur jüngerer Mitarbeiter versuchen sich ältere Chefs durch ein vertrauliches > Du < weniger abzugrenzen. Aber die Mehrzahl kommt auch mit der einst nur angeläschsischen Regelung >Sie< und Nennung des Vornamens bestens zurecht.
Das ist in der Regel wohl auch die beste Form des vertraulicheren Umgangs.
Die nach der sogenannten . 68er Revoluzzerzeit übliche >Masche< jedermann zu duzen, wurde bald wieder abgeschafft.
Ich würde also raten, wenn nicht ganz besondere Gründe vorliegen, nicht sofort auf das Du einzugehen, es höchstens mit – bei erwa Gleichaltrigen – der bereits genannten Vornamen- Sie – Variante anzugehen.
Und wer sagt denn, dass das vertrauliche > Du < den Respekt eines Chefs vor seinem Mitarbeiter erhöht, sondern im Gegenteil die Hemmschwelle eher senkt.
Das > Du < eines Sekretärin oder Kanzleichefin mit ihrem Chef fördert Gerüchte und hemmt damit die Arbeit.
Es ist nicht das einzige Beispiel, wie eine veränderte Anrede eher kontraproduktiv sein kann. Sie hat das Betriebsklima nicht verbessert und aktiviert.
Warten Sie den Lauf der Dinge ab. Vom > Du < zurück zum > Sie < ist es nur im Streit möglich, den Sie sich mit allen Folgen durch Zurückhaltung im Umgang vielleicht ersparen können.
In Kürze: Ich habe schon eine ganze Zeitlang keine Gehaltserhöhung mehr gesehen. Wie stoße ich meine Chefin bzw. meinen Chef > unauffällig< mit der Nase darauf ?
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